Overfitting & Regularisierung
Wenn Netze auswendig lernen — und was Dropout & Co. dagegen tun.
👋 HerrKI hier — heute retten wir dein Modell vor sich selbst
Kennst du den Mitschüler, der vor der Arbeit alle Übungsaufgaben auswendig gelernt hat? In der Übung: fehlerfrei. In der Klassenarbeit mit neuen Aufgaben: Blackout. Genau das passiert neuronalen Netzen ständig — es heißt Overfitting: 99 % richtig auf den Trainingsdaten, 60 % auf neuen Daten. Heute lernst du die Gegenmittel, die jedes Produktiv-Modell braucht.
- Woran du Overfitting erkennst (Auswendiglernen statt Verstehen)
- Wie Dropout das Netz zwingt, robust zu werden (Neuronen zufällig abschalten)
- Wie L2-Regularisierung die Gewichte klein und „bescheiden“ hält
- Warum das alles nur mit sauber getrennten Test-Daten überhaupt auffällt
🧅 Runter zum Tensor: Was machen Dropout und L2 wirklich?
Das „Wissen“ deines Netzes steckt in seinen Gewichts-Tensoren — großen Paketen gelernter Zahlen (seit „Was ist ein Neuronales Netz?“). Hier geht EINE Zahl hinein (die Lernstunden) und läuft durch 32 Neuronen [1, 32], dann durch 16 [32, 16]. Beide Gegenmittel greifen genau dort an:
1Dropout(0.3): In jedem Trainingsschritt werden
zufällig 30 % der Neuronen kurz auf 0 gesetzt — als müsste dein Team jede Woche ohne ein
paar zufällige Kollegen auskommen. So sieht das für eine Schülerin mit 15 Lernstunden aus,
6 der 32 Neuronen herausgegriffen:
Kein Neuron kann sich auf ein anderes verlassen, keins darf ein einzelnes Trainingsbeispiel „auswendig“ speichern: Das Wissen verteilt sich robust über den ganzen Tensor.
2L2-Regularisierung: Große Gewichte = steile, zackige Vorhersagekurven, die sich um jeden einzelnen Datenpunkt winden. L2 addiert die quadrierten Gewichte — mal 0.01 — auf den Fehler. Drei Gewichte als Kostprobe:
3.00 zusätzlicher Fehler tut dem Optimierer weh, 0.01 juckt ihn nicht — dieser sanfte Dauerdruck zieht die Gewichte klein und die Vorhersagekurve glatt. Das Netz darf sich also weiter anstrengen, aber es muss seine Übertreibungen bezahlen.
📊 So teilen wir die Daten auf
Daraus lernt das Modell
(nur diese Noten sieht es beim Üben!)
Die „Klassenarbeit“
(beim Training komplett unsichtbar!)
📊 Alle Datenpunkte
30 Schülerinnen und Schüler, ihre Lernstunden pro Woche und die Prüfungsnote — mit realistischem Rauschen (auch wer viel lernt, erwischt mal einen schlechten Tag). Genau dieses Rauschen ist die Falle: Ein überangepasstes Modell lernt den schlechten Tag mit auswendig.
| Student | 📚 Lernstunden/Woche | 📝 Prüfungsnote (1-6) | Daten-Set |
|---|
🎓 Das Duell: Zwei Modelle, gleiche Daten
⚙️ Hyperparameter
Beide Modelle bekommen exakt dieselben Daten und Einstellungen. Der einzige Unterschied: Modell 1 trainiert ohne, Modell 2 mit Dropout + L2. Möge das ehrlichere gewinnen.
🔮 Der Praxistest: eine neue Schülerin
Gib Lernstunden ein, die nicht in den Daten vorkommen (z. B. 15,5) — also ein Fall, den beide Modelle noch nie gesehen haben. Welches tippt plausibler?
